26 Mal nachgebessert

Ein aktuelles Mandat veranlasst mich mal wieder mit einem – immer noch – weit verbreitetem Irrglauben aufzuräumen. Heute wurde ein Mandant bei mir vorstellig, an dessen neu erworbenen Fahrzeug es wohl massive Probleme mit der Elektrik gibt.

Das für sich ist wenig verwunderlich, die von meinem Mandanten an den Tag gelegte Geduld hingegen ist mehr als nur erstaunlich. Erst nachdem der Verkäufer sage und schreibe 26 (!!) erfolglose Reparaturversuche unternommen und den Unterlagen nach das halbe Fahrzeug auseinandergenommen hat, wurde mein Mandant bei mir vorstellig.

Grund meiner Beauftragung waren aber nicht die vielen unnützen Reparaturversuche, sondern ein weiterer Mangel, der bei der Reparatur verursacht und nun nicht vom Händler beseitigt wurde. Mein Mandant war schlichtweg der – fehlerhaften – Auffassung, ein Verkäufer dürfe so oft er will versuchen, die fehlerhafte Ware nachzubessern.

Grundsätzlich hat der Käufer das Recht, die mangelhafte Ware zurückzugeben und stattdessen einwandfreie zu verlangen. Alternativ hierzu kann er den Verkäufer  auf Nachbesserung bzw. Austausch der mangelhaften Ware in Anspruch nehmen.

Schafft der Verkäufer es in der Regel nach zwei Reparatur- oder Austauschversuchen nicht, dem Kunden einwandfreie Ware zur Verfügung zu stellen, kann dieser die Ware endgültig zurückgeben und sein Geld vom Verkäufer zurückverlangen. Es ist also keinem Käufer zuzumuten, endlose Reparaturversuche des Verkäufers hinzunehmen.

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