eingeschränktes Halt(e)verbot

Los geht es ja schon bei der Terminologie. Das in der Straßenverkehrsordnung (StVO) dargestellte Zeichen 286 wird meist nur als „Parkverbot“ oder nach bestandener Führerscheinprüfung als „eingeschränktes Halteverbot“ bezeichnet.

Hier hält sich auch der hartnäckige Glaube, dass man nur drei Minuten mit seinem PKW stehen bleiben dürfe, was zu teils obskuren bis hektischen Be- und Entladevorgängen führt.

Grundsätzlich darf jeder Fahrzeugführer – auch ohne Grund – sein Fahrzeug im eingeschränkten Haltverbot stoppen. Wer also nur ein kurzes Telefonat ohne (!!) Freisprecheinrichtung führen oder nach dem Weg fragen will, muß dann aber auch nach maximal drei Minuten seine Fahrt fortsetzen.

Dauert aber der Be- und Entladevorgang nachvollziehbar länger als nur drei Minuten oder hat die Oma Schwierigkeiten beim Einstieg in den neuen Porsche ihres Enkels, kann und darf auch länger als nur drei Minuten im eingeschränkten Haltverbot gestoppt werden.

Und? Ist es jemanden aufgefallen? Richtig! Juristisch korrekt handelt es sich beim Zeichen 286 weder um ein „eingeschränktes Halteverbot“ noch um ein „Parkverbot“, sondern um ein „eingeschränktes Haltverbot“ ohne e zwischen Halt und verbot. Mit diesem Wissen ist nun allen meinen fleißigen Lesern die 1.000.000,- € Preisgeld bei „Wer wird Millionär“ sicher.

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